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Innere Medizin: PJ-Tertial in der Schweiz

Das letzte Tertial meines PJs habe ich in der Schweiz im SRO Spital Langenthal in der Inneren Medizin verbracht und möchte Euch hierüber gerne berichten.

Bewerbung
Ich habe mich relativ kurzfristig (circa 5 Monate vorher) beworben. Nach dem ich meine Zusage hatte musste ich einige Unterlagen einreichen und dann wurde von der Chefsekretärin alles sehr schnell organisiert und es wurden mir die Verträge zugesandt (man erhält einen richtigen Arbeitsvertrag als Unterassistent).

Unterkunft
Für 250 Franken im Monat konnte man ein Zimmer im fünf Minuten entfernten Wohnheim mieten. Die Zimmer waren zwar einfach eingerichtet und man musste sich das Bad und die Küche mit den anderen Bewohnern teilen, aber das Wohnheim war für den Preis und für die paar Monate vollkommen in Ordnung.

Lohn
In der Schweiz bekommt man als PJler einen richtigen Vertrag als „Unterassistent“, somit auch ein Gehalt, das von Spital zu Spital verschieden ist. In Langenthal verdient man umgerechnet ungefähr 900 Euro, dazu kommt dann noch ein Wochenenddienstzuschlag. Ein Mittagessen im Krankenhaus kostet ungefähr 8 Euro. Wenn man einigermaßen sparsam lebt und ab und zu in Deutschland einkauft bleibt aber vom Gehalt sogar noch etwas übrig.

Arbeit im Spital
Als Unterassistent wurde man fest in den Dienstplan eingebunden und rotierte meist in zweiwöchigen Abständen zwischen den Stationen. Nach ein paar Wochen kam man auch „auf den Notfall“, das heißt in die Notaufnahme, in der Notfall-Woche hatte man dann auch immer am Wochenende Dienst, wofür man als Ausgleich an zwei anderen Tagen unter der Woche frei bekam. Man wurde immer dem Assistenten zugeteilt, der auf der Station Dienst hatte.

Dienstbeginn war morgens um 8 Uhr mit dem Morgenrapport. Dienstags und Freitags fanden nach dem Rapport Fortbildungen statt. Offizielles Dienstende war um 18:30 Uhr, es war jedoch sehr abhängig vom jeweiligen Assistenzarzt wann man nachhause gehen konnte (manchmal auch erst nach 20 Uhr, wenn man Glück hatte schon gegen 16 Uhr).

Insgesamt waren die Tage in der Notaufnahme am lehrreichsten. Dort konnte man selbständig Patienten untersuchen und mit dem zuständigen Oberarzt weitere diagnostische und therapeutische Möglichkeiten besprechen.

Die Stationsarbeit war leider teilweise sehr eintönig, da man die meiste Zeit damit beschäftigt war, die digitale Patientenakte zu pflegen bzw. am PC Untersuchungen anzumelden und Befunde einzutragen und insgesamt eher wenig Patientenkontakt hatte.

Positiv zu erwähnen ist, dass man jeweils einen Tag in die „Funktionsbereiche“, also Dialyse, Intensivstation und Onkologie reinschnuppern durfte.

Umgebung
Langenthal an sich hat nicht viel zu bieten, aber wenn man ein Auto hat, kann man im Umkreis von einer Stunde Fahrtzeit unheimlich viel unternehmen. Bis nach Basel fährt man eine Stunde, nach Bern eine dreiviertel Stunde und nach Luzern ist es auch nicht weit. Am Vierwaldstädter See und Brienzer See ist es wunderschön und man kann dort super wandern.

Fazit
Ich würde jederzeit wieder für ein Tertial in die Schweiz gehen! Man sollte sich aber vorher gut darüber informieren, wie groß das Spital ist. Langenthal war meiner Meinung nach genau richtig. Es gibt jedoch auch Spitäler, die zwar in der offiziellen PJ-Liste aufgeführt werden, jedoch nur sehr wenige internistische Betten haben oder eher Reha-Kliniken sind und keine Akutversorgung gewährleisten.

Eure Anna