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Mein PJ-Wahltertial Neurologie

Warum Neurologie?

Ich habe mein Wahltertial Neurologie in einem kleineren Lehrkrankenhaus meiner Uni verbracht und möchte euch gerne berichten, warum ich die Neurologie als Wahltertial absolut empfehlen kann. Für die Neurologie als Wahlfach habe ich mich deshalb entschieden, weil ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ich später Innere Medizin, Allgemeinmedizin oder Psychiatrie machen möchte. Ich fand es deswegen sinnvoll, ein Fach zu wählen, das möglichst breit gefächert ist und mir auch für andere Fächer hilfreich sein kann. Meine Famulaturen habe ich alle in anderen Bereichen abgeleistet und hatte deswegen abgesehen von dem, was man an der Uni in den Vorlesungen, dem „Klopfkurs“ bzw. fürs Examen lernt, wenig neurologische Vorkenntnisse. Ich wollte deshalb die vier Monate in der Neurologie nutzen, um solide neurologische Grundkenntnisse und Fertigkeiten zu erlernen.

Mein Tagesablauf

Meine Arbeitszeiten waren von 7:30 Uhr bis offiziell 16 Uhr, meistens bin ich erst gegen 17 Uhr raus gekommen. Morgens haben wir als erstes mit allen Ärzten die Patienten auf der Stroke-Unit visitiert. Anschließend gab es eine Frühbesprechung, bei der die CT- und MRT Bilder des Vortages besprochen wurden. Dabei habe ich mich anfangs erst nicht so gut orientieren können, weil ich viel zu wenig Erfahrung in der Befundung von Schädel-CTs und -MRTs hatte. Das wurde mit der Zeit aber deutlich besser. Wenn Ambulanzpatienten für Infusionen kamen, habe ich bei ihnen die Zugänge gelegt, worüber ich froh war, weil ich mich darin nun sehr sicher fühle. Blut musste ich nur selten abnehmen, das war eigentlich Aufgabe der Schwestern.

Danach habe ich die Assistenzärzte auf Station bei der Visite begleitet. An den Tagen, an denen elektive Patienten aufgenommen wurden, habe ich dann die Aufnahme gemacht. Dabei habe ich extrem viel gelernt. Anfangs war es noch etwas schwierig, bei bestimmten Erkrankungen auch an die spezifischen Symptome in der Anamnese zu denken. Da war mir mein Klinikleitfaden eine große Hilfe, sodass ich im Anschluss an die Aufnahme noch einmal kurz nachlesen konnte, was ich noch vergessen hatte zu fragen. Nach einiger Zeit, als ich dann beispielsweise schon mehrere Patienten mit Parkinson-Symptomatik aufgenommen hatte, wusste ich dann auch, worauf ich achten muss und welche Untersuchungen anzuordnen sind. Nach dem Mittagessen (ich hatte glücklicherweise eigentlich immer Zeit, Mittagessen zu gehen) war dann noch einmal eine Visite auf der Stroke-Unit. Nachmittags durfte ich häufig Lumbalpunktionen durchführen. Das hat mir irgendwann richtig Spaß gemacht.

Häufig habe ich auch den ganzen Tag den zuständigen Assistenzarzt in die Notaufnahme begleitet. Dort konnte ich selbständig Patienten untersuchen, ggf. aufnehmen und gemeinsam mit dem Arzt das weitere Prozedere planen. Eine Zeit lang war ich auch auf der Stroke-Unit. Das war eine sehr lehrreiche Erfahrung, vor allem um auch den Stroke-Algorithmus und die medikamentöse Therapie zu verinnerlichen.

Insgesamt hat mir die Zeit in der Notaufnahme am besten gefallen, da ich dort am meisten gelernt habe und es immer spannend fand, wenn man vorher nie wusste, ob der Patient beispielsweise eine SAB, oder „nur“ eine Migräne hat.

Fazit

Da ich jeden Tag Patienten neurologisch untersucht habe, hatte ich am Ende der vier Monate das Gefühl, die neurologische Untersuchung sehr gut zu beherrschen. Neurologie ist in meinen Augen ein sehr gutes Wahlfach, vor allem weil man alleine durch die Anamnese und neurologische Untersuchungen schon sehr viel diagnostizieren kann. Außerdem gibt es eine extrem große Schnittmenge insbesondere mit der Inneren Medizin und Psychiatrie, was mir sehr gut gefallen hat, da man immer in verschiedene Richtungen denken und therapieren muss.

Es lohnt sich in jedem Fall, ein Wahlfach zu wählen, das man noch nicht so gut kennt (es ist auch gar nicht schlimm, wenn man noch kein großes Vorwissen hat) aber gerne kennenlernen möchte, da man in vier Monaten einen sehr guten Einblick in das Fach bekommen kann.

Eure Anna