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Bücher? Wenn ja, welche und wie viele?

Erst einmal herzlichen Glückwunsch an alle, die diesen Beitrag jetzt lesen, denn vermutlich gehört ihr alle seit ein paar Wochen zu den Ärzten der Zukunft! Ihr habt es geschafft, euch gegen so viele Bewerber durchzusetzen und habt nun die Möglichkeit, euern Traum zu verwirklichen und Medizin zu studieren.

Doch aus eigener Erfahrung weiß ich, vor welch einem Dschungel von Fragen man steht. Ich erinnere mich noch recht gut, wie ich vor zwei Jahren meine erste Uni-Woche an der TU Dresden hatte und es direkt los ging mit Vorlesungen, Seminaren und Praktika. Hinzu kamen (glücklicherweise, denn sie helfen oftmals wirklich) Tutorien, zahlreiche Infoveranstaltungen und eine Menge Bürokratie. Ummelden, beim Imma-Amt alle Unterlagen abholen, Mensa Karte aktivieren und so weiter… Und dann ist da noch die wichtigste Frage (zumindest erschien uns das in dem Moment so): Sollte ich mir Bücher kaufen oder reichen die aus der Bibliothek, wenn ja welche, wie viele, wann?

Vor diesen Fragen steht man jedes Semester mit neuen Fächern erneut, soviel kann ich versprechen. Aber natürlich entwickelt man ein gewisses Lernverhalten, sodass man weiß, ob man die Bücher nun unbedingt kaufen muss, um darin markieren zu können o.ä. oder ob man auch gut mit denen aus der Bibliothek lernen kann.

Im ersten Semester hat man bei uns in Dresden Biologie, Chemie, Physik, Medizinische Terminologie, Anatomie und Histologie. Für die Biologie hat ein Buch aus der Bibliothek zum Nachschlagen vollkommen gereicht. Die Vorlesungen waren bei uns sehr ausführlich, weshalb es sich gut mit den Skripten lernte. Wenn das nicht reicht, dann kann man sich noch ein zusätzliches Buch besorgen. Und ganz wichtig: sie müssen einem gefallen. Daher mein Tipp, geht vorher in die Bibliothek und nehmt das Buch auch einmal in die Hand und überlegt, ob ihr euch vorstellen könnt, damit mehrere Stunden verbringen zu können, denn man soll die Freude am Lernen behalten. Für Physik habe ich persönlich nicht mit einem speziellen Buch gelernt. Die Vorlesungen waren sehr verständlich und es gab einen Leitfaden speziell von der Uni, da wir noch „Medizinische Physik“ gelehrt bekommen haben. Mit guten Schulkenntnissen und diesen Materialien ließ es sich gut lernen. Das waren die „kleineren Fächer“, bei denen man nicht zwingend ein Buch besitzen muss, sondern gut mit denen aus der Bibliothek lernen kann.

Für Anatomie allerdings empfehle ich, sich seine eigenen Bücher zuzulegen. Nicht nur, weil dieses Fach einen bis in den Berufsalltag als Arzt begleitet, sondern auch, weil die Bücher sehr oft vergriffen sind in der Bibliothek. Dafür empfehle ich einen Atlas und begleitend ein Lehrbuch. Für den Präparierkurs habe ich mir einen Präparieratlas gekauft, den ich immer dabeihatte und mir darin Notizen zu bestimmten Strukturen gemacht habe. Damit war man gut gerüstet. In Histologie wurden uns Titel von unseren Professoren empfohlen.

Ja, damit habe ich das erste Semester und in Anatomie und Histologie auch die Folgenden gut gemeistert. Klar, am Anfang habe ich mir bestimmt zehn Bücher gekauft, die jetzt im Regal stehen und maximal drei Mal aufgeschlagen wurden. Man braucht weniger Bücher kaufen als man denkt. Oft reicht es, sich diese in der Bibliothek auszuleihen und damit zu arbeiten. In Fächern wie Anatomie oder Histologie allerdings rate ich es jedem, sich seine eigenen Bücher zuzulegen, vor allem die Atlanten in Anatomie.

Fazit: Kauft im Ersti-Wahn nicht zu viele Bücher und nutzt Angebote aus der Bib oder den Online-Angeboten an eurer Uni!

Bis dahin!

Eure Romy