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Anatomie – Hass oder Liebe?

Anatomie, eines der wohl wichtigsten und intensivsten Fächer der Vorklinik. Meines Erachtens aber auch eines der spannendsten und motivierensten Fächer. Im Verglich zu Physik und Chemie lernt man hier nämlich erstmals hautnah im Präpkurs den Körper und die Organe kennen und diverse Krankheitsbilder zu verstehen.

Vorlesungen:
Die Vorlesungen an meiner Uni sind relativ interessant und meist von großer Wichtigkeit. Auch wenn ich ansonsten eher ein Anti-Vorlesungstyp bin, geh ich zu den Anatomie Vorlesungen gern hin. Einerseits weil wir relativ viel zeichnen und ich dadurch ein besseres Verständnis von der komplexen Thematik bekomme andererseits, weil wir viele mündliche Prüfungen haben, bei denen meist nach VO-Stoff geprüft wird. In den Vorlesungen werden Meinungen aus verschiedensten Fachbüchern verknüpft und somit als Gesamtmeinung vermittelt.

Präpkurs:
Der vermutlich spannendste Teil der ganzen Vorklinik. Das Betreten des Präpsaals und das erste berühren einer Leiche zählen zu den einprägsamsten Erlebnissen der Vorklinik. Los ging es bei uns mit dem sezieren von Gelenken, wo wir erstmalig einen Einblick in die Komplexität unseres Körpers erlangten. Nicht nur hinsichtlich des Aufbaus sondern auch bezugnehmend zu Krankheiten, von denen ein jeder von uns schon einmal etwas gehört hatte wurden nun viel besser Verstanden. Beim Muskel-sezieren konnten wir dann erstmalig unseren eigenen Körper in Bezug auf Kraft und Ausdauer besser verstehen, was vor allem für diejenigen unter uns interessant war die gerne Sport betreiben.
Auch das Nervensystem, mit dem Highlight des Hirnsezierkurses, lies uns einen Einblick in die Komplexität unseres Seins erlangen.
Nächstes Semester folgen bei uns noch die Anatomie der Inneren-Organe auf die wir schon sehr gespannt sind.

Prüfungen:
Die Anatomie ist bei uns das Fach mit den meisten mündlichen Prüfungen. Es gibt fast ausschließlich mündliche Prüfungen. Für diese Prüfungen muss der Lernaufwand natürlich erhöht werden im Vergleich zu Multiple-Choice-Prüfungen. Auf der anderen Seite lernt man dadurch intensiver und merkt sich die Strukturen wesentlich besser. Ein weiterer Vorteil bei den Anatomieprüfungen besteht auch darin, dass man seinen Schummel Zettel, das Präparat, direkt vor sich hat. Dies erleichtert nicht nur den Lern-Prozess, sondern auch den Reproduktionsprozess.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich obwohl mir noch ein Anatomiesemester bevorstehe, sehr interessiert an diesem Fach bin und meine Liebe dazu definitiv entdeckt hab. Ich kann Krankheitsbilder viel besser verstehen und mir in jeder Lebenslage die Antwort meines Körpers besser vorstellen. Außerdem ist Anatomie die Grundlage für ein erfolgreiches Verständnis im Medizinstudium. Man sollte sich für die Anatomie genügend Lernzeit gönnen, um sich im späteren Studium Zusammenhänge leichter erklären zu können.

Eure Lisa