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How to Krankenpflegepraktikum im Ausland?

Heute gebe ich Euch eine kurze Anleitung zum Pflegepraktikum im Ausland. Zunächst würde ich Euch aber gerne kurz von meinem eigenen Praktikum in Peru erzählen.

Wie Ihr sicher wisst, muss man als Medizinstudent vor dem Physikum ein 90-tägiges Pflegepraktikum absolvieren. Ich habe nach dem Abitur beschlossen, dieses in Peru zu machen. Die Idee dahinter war, eine gute Kombination von Abwechslung zur Schulzeit, Vorbereitung auf das Studium und „genieße dein Leben“ zu schaffen. Also war nun vorerst die Aufgabe, das irgendwie zu organisieren.

Ich habe mich bewusst für eine Agentur entschieden, da ich einerseits keine Kontakte ins Ausland hatte und andererseits einen Ansprechpartner wollte, bei dem ich mich melden kann, wenn irgendetwas schiefgeht. Das war schnell gemacht und die restliche Organisation war dann relativ leicht. Flug gebucht, Gastfamilie gesucht und ab ging es. Man sollte sich vorher allerdings genau überlegen, was man möchte (Reiseziel, Zeitraum, Kosten, …). Für mich ging es für 4 Monate in ein Krankenhaus im Norden Perus. Dort angekommen wurde mir erstmal die Umgebung gezeigt, ich wurde meiner Gastfamilie vorgestellt und mir wurden die wichtigsten Fachbegriff für das Pflegepraktikum im Sprachkurs beigebracht – in Spanisch, versteht sich. Dann war schon der erste Tag meines Praktikums gekommen. In der Klinik angekommen wurde ich von der Oberschwester in den Klinikalltag eingeführt und meinem Supervisor zugeteilt, der mich betreuen sollte. Große Unterschiede gab es zu einem „normalen“ Pflegepraktikum in Deutschland nicht – außer, dass das Gesundheitswesen doch sehr rückständig ist. Dennoch waren die Aufgaben Patienten waschen, füttern, wickeln, lagern, … die gleichen. So fand ich meinen eigenen Rhythmus, wobei nicht vergessen werden darf, dass viele Reisen, Feiern und Surfen auch einen großen Anteil meiner Zeit eingenommen haben. Ich möchte hierbei nicht weiter im Detail auf meine 3 Monate eingehen, da es die Intention meines Beitrags ein wenig verfehlen würde. Es geht vorerst mehr um die organisatorischen Aspekte des Pflegepraktikums im Ausland. Jedoch möchte ich erwähnen, dass es mir sehr viel Freude bereitet hat dort im Krankenhaus zu arbeiten und dass es sehr interessant war, auch mal einen Einblick in das Gesundheitswesen eines anderen Landes mit anderen Sitten und Bräuchen zu erhaschen.

Am Ende der 90 Tage des Praktikums hieß es dann Abschied nehmen. Abschied von neuen Freunden, Abschied von Patienten und Abschied von meinem Arbeitsplatz. Außerdem war es an der Zeit, mir meine Bescheinigung abzuholen. Achtung! Vergesst bitte nicht, Euch eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung bescheinigen zu lassen. Ich hatte das leider vergessen und musste in einem aufwendigen Prozess diese Bescheinigung aus einem Land mit rückständigem Postsystem nach Deutschland einfliegen lassen, ein Aufwand, den ich jedem von Euch gerne ersparen möchte.

Wie ging es nun weiter? Mitte Dezember 2015 kehrte ich nach Deutschland zurück. Es war also noch ein ganzes Stück bis das Wintersemester beginnen sollte. In dieser Zeit habe ich den TMS geschrieben und eine Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen. Schließlich habe ich einen Studienplatz erhalten und konnte meine Bescheinigung an die meiner Fakultät zugeordnete Sachbearbeiterin des LPA (Landesprüfungsamt) schicken. Wie ich eben erwähnt hatte, war es bei mir ein sehr langwieriger Prozess, da mir eine Tätigkeitsbeschreibung fehlte. Dafür war meine Freude umso größer als die Benachrichtigung kam, dass die vollen 90 Tage des Praktikums für die Zulassung zum Physikum anerkannt werden. So hat sich im Endeffekt gezeigt, dass ich im Ausland nicht nur eine Menge Spaß hatte, neue Freunde gefunden und mein Leben genossen habe, sondern auch mein Pflegepraktikum vollständig vor Studienbeginn abhaken konnte. Als Fazit kann ich es nur jedem wärmstens empfehlen. Es ist eine richtig gute Erfahrung.

Worauf ist also zu achten? Und damit zur Klärung der Frage

„How to Pflegepraktikum im Ausland?“

  1. Sucht Euch einen Ansprechpartner – sei es eine Agentur oder eine Einzelperson. Jemanden zu haben, der Euch alles zeigen kann, Euch Tipps zu Freizeitgestaltung, Unterkunft und besonders Sicherheit geben kann, ist unbezahlbar.
  2. Seid Euch klar, was Ihr wollt, besonders was Reiseziel, Zeitraum und Kosten angeht.
  3. Informiert Euch bei Eurem zuständigen LPA über die Richtlinien zum Pflegepraktikum und passt daran die Auswahl des Krankenhauses an –> unbedingt der Agentur die genauen Richtlinien mitteilen!
  4. Druckt Euch im Voraus das „Formular zur Bescheinigung des Pflegepraktikums im Ausland“ in mehrfacher Ausfertigung aus (am besten in Englisch, Deutsch und der jeweiligen Landessprache) und lasst es Euch durch die Pflege- und Klinikleitung am Ende Eures Praktikums ausfüllen und bescheinigen.
  5. Vergesst ja nicht eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung! Ihr erspart Euch echt großen Ärger.
  6. Führt ein Tagebuch über Eure Zeit im Krankenhaus und lasst es durch die Pflegeleitung unterschreiben. Auch sowas kann vom LPA verlangt werden um ein wenig dahinterzukommen, was Ihr denn dort eigentlich gemacht habt.
  7. Geht immer offen auf Leute zu! Wenn Ihr etwas nicht versteht, weil ihr das Wort in der Landessprache nicht wisst, fragt einfach! Wichtig ist aber auch, dass Ihr Euch freundlich gegenüber den Schwestern im Krankenhaus und den Einheimischen verhaltet.
  8. Wenn Ihr die Bescheinigung einreicht, achtet drauf, dass Ihr die Formulare am besten in Deutsch, Englisch und der Landessprache einsendet. Denkt jedoch daran ein bisschen Puffer bei der Einreichung einzuplanen, da eventuell Rückfragen kommen könnten. Bedeutet: einen Monat vor dem Physikum etwas einzureichen, ist keine gute Idee!
  9. Das Wichtigste überhaupt! Nehmt Euch ausreichend Zeit zum Reisen, zum Feiern und zum Kennenlernen neuer Leute! Es ist eine unglaublich bereichernde Erfahrung, also genießt Euer Leben und Eure Zeit im Ausland in voll Zügen und habt Spaß dabei!

Alles Gute und viel Spaß beim Pflegepraktikum im Ausland wünscht Euch

Euer Jonathan