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Was verdient man als Arzt?

Wer sich zum Studium der Medizin entscheidet, begibt sich auf eine sehr anstrengende und lange Reise. Man wird schnell merken, dass einige Schulfreunde bereits einen Beruf haben und Geld verdienen, während man selber noch bis spät in die Nacht am Schreibtisch büffelt. Doch dieses lange Studium zahlt sich letztendlich aus. Die Lizenz zum Gelddrucken bringt die Approbation heute nicht mehr, sodass ein Medizinstudent heute in der Regel den Arztberuf nicht aus rein finanziellen Gründen, sondern aus anderen, besseren Gründen auswählt. Nichts desto trotz ist der finanzielle Aspekt ein positiver Nebeneffekt.

In diesem Bericht möchte ich Euch einen kurzen Überblick über die Einstiegsgehälter eines Arztes geben:

Es gibt verschiedene Berufsgewerkschaften der Ärzte. Die größte ist der Marburger Bund. Dieser verhandelt in regelmäßigen Abständen Tarifverträge für Ärzte aus. Es ist insbesondere Privatkliniken freigestellt, ob sie sich daran halten. Prinzipiell ist es auch möglich, von den Gehältern der Tarifverträge abzuweichen. So werdet ihr in Stellenanzeigen öfters einmal lesen: „Vergütung nach Tarifvertrag“. Die Tarifverträge werden mit verschiedenen Kliniken gesondert ausgehandelt; es gibt verschiedene Tarifverträge für Unikliniken, Krankenhäuser in privaten Trägerschaften (Helios, Asklepios u.a.) und kirchliche Krankenhäuser. Der Tarifvertrag sieht das höchste Gehalt für Ärzte an Uniklinken vor; an diesem Beispiel möchte ich die Gehaltsentwicklung darstellen.

Zunächst einmal gibt es für Ärzte verschiedene Stufen. Als Assistenzarzt beginnt man in der untersten Stufe (Ä1). Netto bedeutet das als Einstiegsgehalt circa 2.400 Euro auf dem Konto. Mit jedem Jahr erhöht sich das Monatsgehalt; so zum Beispiel verdient man als Assistenzarzt im ersten Jahr circa 4.400 Euro brutto, während es im zweiten Jahr bereits ca. 4.660 Euro brutto sind. So bewegt man sich als Assistenzarzt jedes Jahr in eine neue Stufe. Die Steigerung geht maximal sechs Jahre. Eine weitere Steigerung ist dann erst mit der Facharztprüfung möglich, da man hierdurch in die nächste Stufe Ä2 (ca. 5.820 Euro brutto im ersten Jahr) gelangt, bei der es wieder jährliche Steigerungen gibt. Weitere Stufen sind Oberarzt (Ä3) (ca. 7.290 Euro brutto im ersten Jahr) und stellvertretender Chefarzt (Ä4) (ca. 8.570 Euro brutto im ersten Jahr). Chefärzte handeln in der Regel ihre eigenen Verträge aus. Das alles sind allerdings nur die festen Monatsgehälter, die der Tarifvertrag vorsieht. Das Gehalt erhöht sich aber noch einmal durch andere Verdienste. Dazu gehören zum einen (Bereitschafts-)Dienste, außerdem können je nach Klinik eine Vergütung der Überstunden hinzukommen und eine „Poolbeteiligung“ der chefärztlichen Privatliquidation.

Wenn man bedenkt, dass das monatliche Durchschnittsgehalt in Deutschland etwas mehr als 2.000 Euro netto beträgt, so verdient man also bereits als Berufsanfänger „überdurchschnittlich“. Somit wird man für das lange Studium doch auch ein bisschen finanziell entschädigt 😉

Eure Anna

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  • Und dennoch darf man als alleinerziehender Assistenzarzt, bei Teilzeit in einer Praxis angestellt, seit Jahren aufstocken gehen. Man sollte auch von einem Teilzzeitgehalt wenigstens über dem Existenzminimum leben können und nicht darunter.