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Zielstrebiger Einzelkämpfer oder geselliges Herdentierchen? – Wie finde ich meinen Lerntyp?

Ganz so schwarz-weiß ist die überraschende Vielfalt der verschiedenen Lerntypen natürlich nicht. Ich berichte Dir, wie ich meinen Lerntyp gefunden habe und was mir auf dieser Suche für Lerntypen über den Weg gelaufen sind.

Dass eine Menge „Auswendiglernerei“ zum Medizinstudium dazu gehört ist längst kein Geheimnis mehr. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass mir vorher jemand sagt, dass es dabei aber oft darauf ankommt, bestimmte kleinste Details zu wissen. Hier bin ich also und sage Dir: Es ist super wichtig Deinen eigenen Lerntyp zu finden – weil’s einfach mehr Spaß macht, sich mit dem Stoff auseinander zu setzen, wenn auch etwas im Hinterstübchen hängen bleibt und Du bei Detailfragen nicht den Kopf verlierst.

Nun also, als allererstes muss ich mit der harten Wahrheit rausrücken: UNI IST NICHT WIE SCHULE. Uni heißt sich selbst organisieren, sich selbst kümmern, sich selbst auf dem Laufenden halten und auf keine persönliche Einladung des Professors zu warten, den Stoff aufzuarbeiten. Klingt stressig; ist es im Grunde aber nicht. In Köln bekommt man zum Beispiel schon einen fertigen Stundenplan und muss sich nicht damit beschäftigen, wann welche Kurse zu belegen sind, damit es passt. Auch werden am Anfang der Vorlesungen und Kurse häufig Bücherempfehlungen ausgesprochen, welche aber wohl mit höchster Vorsicht zu genießen sind: Es kommt durchaus vor, dass ein Professor ein Buch empfiehlt, an dem er selbst mitgeschrieben hat, welches aber vielleicht schon viel zu sehr in die Tiefe, oder eventuell doch ein bisschen am Thema vorbei geht. Es hilft immer, mit höheren Semestern zu sprechen! Ob Du Deine Bücher „niegelnagelneu“ kaufst oder Dich doch für die günstigere, gebrauchte Variante entscheidest ist Dir und Deinem zur Verfügung stehenden Budget überlassen.

Gut, nun haben wir also das Buch. Aber wie fängst Du am Besten an?

Da hilft oft nur ausprobieren. Aus der Schule weißt Du sicher schon, ob es Dir reicht, Informationen nur zu lesen, oder Du dir besser Notizen machst. Ob Du jemand bist, der sich durch Schaubilder Sachverhalte viel besser einprägen und dann auch wiedergeben kann, oder ob Du mit Karteikarten gut klarkommst.

Mir hilft es total, mit meiner Lerngruppe zu lernen. Es ist eine sehr entspannte Atmosphäre und falls ein Motivations-Tief droht, kann man sich gegenseitig motivieren, zum Lachen bringen, quizzen, oder einfach mal eine große Tasse Tee trinken und Schokolade essen! Wir machen es immer so, dass jeder das Thema vorbereitet und wir uns dann gemeinsam hinsetzen und es besprechen.
Der Vorteil: Jeder legt bei der Vorbereitung auf andere Aspekte wert – sodass mir andere Sachen auffallen, als meinen Lernbuddys – und natürlich auch umgekehrt. Außerdem beSPRECHEN wir die Themen: wirklich hilfreich also auch, für eine mündliche Prüfung. Ich kann mir Sachen am Allerbesten merken, wenn ich sie einmal ausgesprochen oder erklärt habe. Das ist meiner Meinung nach nur in einer Lerngruppe möglich.

Der Nachteil: Zeitaufwendig. Irgendwie verquatscht man sich ja doch das ein oder andere Mal. Ich find’s wunderschön. Bist Du allerdings auf Effizienz gepolt, ist eine Lerngruppe vielleicht nicht das Richtige für Dich. Auch, braucht man ein unglaublich gutes Verhältnis zur Lerngruppe – weil man manches Mal geduldig sein muss, es aber ebenso aushalten muss, wenn die anderen Mal Geduld beweisen müssen, weil man selbst etwas vielleicht noch nicht ganz verstanden hat.

So viel zu mir; was sind mir also für andere Lerntypen begegnet?

Ich bewundere beispielsweise die Studenten, die quasi aus den Büchern lernen können. Höhere Semester werden Dir raten, das möglichst schnell zu erlernen. Ich habe 3 Semester gebraucht, um wirklich nur noch wenige Notizen zu machen – der Effizienz und Schnelligkeit zur Liebe, um im Lernplan zu bleiben. Es gibt aber auch die Studenten, die sich ein Lehrbuch aus der Bib ausleihen, und den Stoff beim Lesen lernen. Definitiv eine sehr zeitsparende Methode, für mich allerdings völlig ungeeignet.

Dann gibt es die Bib-Gänger, die ich auch irgendwie bewundere: sich bei der Stimmung in der Bibliothek wohl zu fühlen (und ich würde behaupten, die Mediziner-Bib in Köln ist eigentlich sehr angenehm), ist für mich unvorstellbar. Mein Lerngrüppchen und ich treffen uns immer an unterschiedlichen Orten, damit jeder mal einen Tapetenwechsel hat.

Grundsätzlich ist die Wahl der Lernmethode eine wichtige, die möglichst schnell getroffen werden sollte. Ich für mich bin super glücklich mit meiner Lerngruppe – auch, weil mir das grundsätzliche Prinzip von „Miteinander“ viel besser gefällt, als ein „für mich alleine“. 

Zum Abschluss: Halte die Öhrchen steif!

Deine Doreen

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  • Liebe doreen, Ganz lieben Dank für deine tollen Tipps! Ich suche mir jetzt auch eine Lerngruppe mit der man auch mal Pausen machen kann und ein bisschen tanzen kann (am besten geht das meiner Meinung nach auf den Song 'Big Girl' von MIKA).