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In Diskussion: Die Zukunft der Bibliotheken

Ein Beitrag und Foto zum Thema von Dr. Klaus Junkes-Kirchen (Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main):

Bibliotheken haben Zukunft! Das klassische Bild einer Bibliothek als geordnete Büchersammlung mit Lesesälen und Magazinbereichen, in denen interessierte Menschen für ihre Forschungen und Studien nach Material und Informationen suchen, wird fortbestehen, auch wenn immer mehr an Information digital zugänglich gemacht wird. Das Sammeln, Erschließen und Bereitstellen von relevanter Information und Quellenmaterial entspricht dem traditionellen Auftrag der wissenschaftlichen Bibliotheken unabhängig von den Materialarten und Publikationsformen, wie sie vom Wissenschaftsbetrieb und den Verlagen vorgegeben werden.

Die Vor-Ort-Nutzung in Form der Ortsleihe bleibt ebenso ein fester Bestandteil der Nutzungsformen wie der Gebrauch der Online-Dienste einer Bibliothek zunehmen wird, da die Bestände an gedruckten Medien in absehbarer Zeit niemals vollständig digitalisiert oder in Form von Lizenzen angeboten werden können. Die Vorteile der ubiquitären Online-Nutzung enden regelmäßig dort, wo das Original zum Gegenstand des Interesses wird bzw. die physische Nutzung als entscheidend angesehen wird.

Natürlich werden sich die Serviceleistungen der Bibliotheken im dem Maße weiter diversifizieren, wie die unterschiedlichen Nutzergruppen ihre Bedürfnisse definieren. Entsprechend werden sich die Kompetenzen und Qualifikationen der Bibliothekarinnen und Bibliothekare diesen Gegebenheiten anpassen müssen. Während das Wissen um klassische Arbeitsfelder wie z.B. die Bestandserhaltung auch weiterhin von Bedeutung bleibt, so muss sich die IT-Kompetenz zum Umgang mit großen Datenmengen und der Gestaltung nutzerfreundlicher Online-Dienste weiterentwickeln und in diesem sehr dynamischen Umfeld nachhaltige Lösungen anbieten. Dazu gehört die sehr genaue Beobachtung des Marktgeschehens, um Trends und Techniken verifizieren zu können, die sich nicht alsbald als vergängliche Modeerscheinungen der Online-Welt entpuppen.